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Karl Stülpner - der Sohn unserer Wälder, der Wilddieb, der Rebell, der Volksheld,
das Idol. Ein jeder bei uns im Erzgebirge kennt diesen Mann, der so
legendenumwoben ist. Ich aber habe wohl eine einzigartige Beziehung zu ihm,
da es wohl so ist, daß meine Familie väterlicherseits und damit ich selbst
zu den Nachkommen gehöre.
Lassen wir das aber hier einmal unbeleuchtet, denn hauptsächlich möchte ich mich auf das Leben Stülpners ohne die begleitenden Fabelgeschichten konzentrieren und zum anderen vor allem seine Beziehung zur Stadt Chemnitz beleuchten. Am 30. September 1762 nachmittags gegen vier Uhr erblickt der kleine Carl das Licht dieser Welt. Schon mit sechzehn Jahren soll er als Troßsoldat am Kriegsgeschehen teilgenommen haben. In Chemnitz
Entgegen mancher Meinung ist Stülpner tatsächlich in Chemnitz gewesen. Er
verpflichtete sich am 18. November 1799 bei der 7. Kompagnie des Regiments
Maximilian in Chemnitz zu acht Jahren und tritt seinen Dienst im Januar 1780
an. Vier Jahre später erfolgte seine Versetzung als Grenadier nach Zschopau.
Dort kommt es aber zu handfesten Auseinandersetzungen mit dem dortigen
Jägerburschen Ziegler und so kommt Stülpner als Arrestant zurück nach Chemnitz,
wo er 32 Wochen Stabsarrest verbüßt.
Soldat und Wanderung
Als die Gefangenen bei Manöverübungen 1785 in Mühlhausen an der Elbe mitgenommen
werden, desertiert Stülpner am 3. Juli auf dem Heimmarsch und flieht in die
ihm vertrauten böhmischen Wälder. Anschließend wanderte er nach Ungarn, Östereich
und die Schweiz. Nach Scharfenstein zurück, schließt er sich mit weiteren
Wilddieben zusammen und wird deren Anführer. Später geht er jedoch wieder
zu den Soldaten und dient in Spandau. 1793 wird Stülpner bei Kaiserslautern
verwundet und desertiert erneut.
Tod
Nach einer langen Wanderung entkräftet, bricht Stülpner am 5. Oktober 1839
auf einer Landstraße in der Nähe von Lauta bei Marienberg zusammen. Er wird
in verschiedene Pflegefamilien gegeben und verstirbt entkräftet am 24. September
1841 in Scharfenstein und wird in Großolbersdorf begraben.
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Zeitlicher Abriss
1762 Geburt
1780 Dienst in Chemnitz 1785 Desertation 1793 Verwundung 1839 Zusammenbruch 1841 Tod |