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Bis zum Jahre 1522 führte der Abt Heinrich von Schleinitz die Geschäfte des
Chemnitzer Benediktinerklosters. Dann zog er sich - versehen mit einer üppigen
Pension aus der Führung des Klosters zurück und verbrachte seinen Lebensabend
geruhsam im Glösaer Pfarrhaus. Als sein Nachfolger wurde Hilarius von Rehburg
berufen. Er wurde der letzte Abt der Benediktiner.
Hilarius kam aus dem Bistum Halberstadt, wo er oberster Diener des Benediktinerklosters zu Gossek gewesen war. Mit 42 jahren wurde er zum Abt des Chemnitzer Klosters berufen. Über den Lebenswandel von Hilarius hört man sehr viel. Wohl war er lebenslustig, gutmütig und trinkfreudig und nahm es mit den Mönchsregeln nicht sehr genau. Es wird erzählt, daß er auch der Vielweiberei fröhnte und sich des öfteren Mädchen aus der Stadt in Mönchskleidung auf das Kloster holen ließ und wohl auch einen ganzen Harem betrieb. Mit diesem Lebenswandel war er wohl ein Abbild dessen, was die erwachende Reformation zu bekämpfen versuchte. Die Visitation des Klosters
Nach dem Tode des Herzogs Georg im Jahre 1539 führt sein Bruder und Nachfolger
Heinrich der Fromme die Reformation ein. Im Zuge dessen kommen am 29. Juli
1539 Visitatoren des Herzogs nach Chemnitz und rufen für den nächsten Tag
eine Verhandlung ein. Dazu werden neben dem Rat der Stadt Chemnitz, dem Guardian
der Franziskaner und den Geistlichen der Stadtkirchen auch der Hilarius vorgeladen.
Am 12. April des Jahres 1540 kam es zur zweiten Visitation in Chemnitz. Dabei
ging es weniger friedlich als bei der ersten zu, denn die Auflösung des
Klosters wurde befohlen.
Fast alle der Mönche, darunter auch Hilarius traten zum evangelischen Glauben über. Nur der Prior, der Kantor und zwei weitere Benediktinermönche beharrten auf ihren Glauben und verließen die Region, um in anderen Klöstern eine neue Heimat zu finden. An Hilarius wurde die Verwaltung der Klostergüter übertragen und er durfte deshalb in der Abtei wohnen bleiben. Kurz darauf heiratetet er die Tochter des Chemnitzer Bürgermeisters Heinz. Auch bekam er später vom Herzog Moritz als Dank für seine Arbeit - wohl mehr aber für seine Kooperation - vier Häuser bei der Stadtmauer an der Lohstraße. Diese Gebäude hießen noch lange bei der Chemnitzer Bevölkerung "die Abtei" oder - aufgrund der Steuerbefreiung - "zur Freiheit". Diese Häuser verkaufte er 1544 wieder an die Stadt. Tod in Chemnitz
1546 legte Hilarius sein Verwaltungsamt Leibes Schwachheit halben"
nieder und zog in die Stadt in ein stattliches Haus an der Ecke
Roßmarkt und Brüderstraße. Hier lebte er noch fünf Jahre, bis er am
6. April des Jahres 1551 im Alter von beachtlichen 71 Jahren verstarb. Der
Stadtpfarrer von "Kemnicz" vermerkt dazu im Totenbuch unter Aprilis:
"Den sechsten ist zu der erden bestadt der ehrwürdige her apt und
archidiaconus auff dem closter Kemnicz, dem got gnade."
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Zeitlicher Abriss
1522 Amtantritt 1540 Visitation 1546 Umzug in die Stadt 1551 Tod Sagen
In der
Schloßkirche soll sich früher ein Bildnis befunden haben, daß den Abt
Hilarius darstellte. Dieses Bildniss durfte nicht verspottet oder von seinem
Platze entfernt werden, sonst drohte dem Betreffenden ein Unglück. Dagegen
wurde einer Magd, die das Bild ordentlich säuberte, mit einem alten Taler
belohnt.
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