Chemnitzer Eisenbahnbestrebungen
Chemnitz besaß seit 1852 Anbindung an das Schienennetz. Aber die Anfänge der vorhergehenden Bemühungen sind bereits viel früher zu erkennen. Im Jahre 1833 beschrieb der Eisenbahnpionier Friedrich List in einer Denkschrift die Notwendigkeit eines sächsischen Eisenbahnsystems, daß Sachsen mit dem Rest Deutschland verband. Die Eisenbahn war in diesen Jahren dabei, das wichtigste Verkehrs- und Transportmittel zu werden und damit die Pferdetransporte abzulösen. Hauptsächlich dachte der Vordenker List bei seiner Schrift an die Strecke Leipzig-Dresden. Der Industriestandort Chemnitz sollte über eine Zweigstrecke von Dresden aus erreichbar sein. Die Strecke Leipzig-Dresden wurde dann 1839 eröffnet und gilt als erste Langstreckenverbindung in Deutschland.


Chemnitzer Eisenbahnbestrebungen
In Chemnitz stießen solche Überlegungen wie die vorbezeichnete natürlich auf offene Ohren. Gerade die aufstrebende Industrie hatte ein sehr großes Interesse daran, einen Gleisanschluß in der Stadt zu erhalten, da die geschäftlichen Verbindungen in andere Regionen aufwendig und kompliziert waren. Beispielhaft sei hier nur an die Aufwände des Unternehmenrs Hartmann gedacht, der seine bei ihm gebauten Lokomotiven nach der Fertigungsmontage wieder in Einzelteile zerlegen und per Pferdegeschirr an die Strecke Leipzig-Dresden bringen musste, von wo aus sie in die weiteren Teile Deutschlands gebracht wurden.

Auch in Chemnitz war man sich der Notwendigkeit einer Anbindung bewußt. Der Transport von Rohmaterialien und der fertigen Produkte ging viel zu schleppend für den gewaltigen Aufschwung der Stadt voran. Obwohl man mit die besten deutschen Eisenbahnen fertigte, hatte man keinen Gleisanschluß, um diese sofort auf die Schiene zu setzen. Statt dessen mussten die fertigen Lokomotiven in mühsamer Prozedur wieder zerlegt und per Pferdetransport nach Leipzig geschafft werden, was damals das verkehrstechnische Herz Sachsen war.

Der Ruf nach einer Eisenbahn wurde immer lauter, so daß der Sächsische Industrieverein 1835 sich für den Bau einer Erzgebirgsstrecke einsetzte, die von Zwickau über Chemnitz nach Riesa führen sollte. Damit sollte die Verbindung zwischen den Kohlevorkommen Zwickaus über den Produktionsstandort Chemnitz bis hin zum Anschluss der Eisenbahn in Riesa und gleichzeitig an die Elbhäfen geschaffen werden.

1837 wurde die Realisierung der Strecke beschlossen. Es wurde ein Eisenbahndirektorium geschaffen, dessen Vorsitz Bernhard Eisenstuck als "Repräsentant Chemnitzer Eisenbahnbestrebungen" innehatte.



Zeitlicher Abriss
1852 Strecke nach Riesa
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