Luftfahrtpioniere aus Chemnitz

In den Werdejahren der deutschen Fliegerei, zwischen 1909 und 1912 mischten Chemnitzer Luftfahrtpioniere kräftig mit. Zu den Konstrukteuren von Flugmaschinen aus jener Zeit gehöhrten Max Adelmann und Haves, Gotthard Gruner, Friedrivch Günther, Max Kluge und Max Schüler. Als tollkühne Piloten sind Felix Laitsch, Ludwig kammer und Ernst Kunze in Erinnerung geblieben.
Das Versuchsfeld war der "alte" Flugplatz, der Exerzierplatz an der zschopauer Straße gegenüber der Pappelstraße.

1910 wird in den Fachzeitschriften vom "Aeroplan" gesprochen, einen Eindecker mit tiefliegenden Führersitz, ein Fluggerät des Chemnitzers Max Schüler. Ebendieser Max Schüler unternimmt seinen ersten Flugversuch im Januar 1910 auf einen Doppeldecker (12,5 Meter Spannweite und 52 m² Tragfläche), der konstruktionsmäßig an die Gebrüder Wright angelehnt war. Dieses Fluggerät ließ er in der Schlosserei Uhlig in Grüna bauen.

Der nächste Chemnitzer Pionier war der Ingenieur Haves, der 1910 seinen ersten Versuch unternahm und scheiterte. Am 22.Januar 1911 gelang ihm jedoch mit einen Eindecker der Chemnitzer Bernhard Firma Escher eine Flughöhe von drei bis fünf Metern und eine Flugweite von einigen hundert Metern.

Weitere Versuche unternahmen der Gleitflugapparat von Gotthard Gruner und Friedrich Günther (Höhe 4 Meter, Weite 60 Meter). Ein weiterer Pionier war Ingenieur Max Adelmann, der am 24.Juli 1911 mit einen rein von Chemnitzer Firmen gebauten Doppeldecker erfolgreiche Versuche unternahm.

Wie gesagt, bauten einige Chemnitzer Firmen in diesen Jahren Fluggeräte. Zu nennen sind dabei die Zweigniederlassung der Phönix-Flieger-Werke in der Mühlenstraße, die Riedl-Motoren-GmbH in der Uhlandstraße, die Flugzeugmotorenfabrik Ing. J. Schneeweis, die Werkzeugmaschinenfabrik G.A.Bräuer in der Lerchenstraße und der Gleitfliegerhersteller Hayn & Leilich.

An der Staatlichen Akademie für Technik (heute Technische Universität) wurde ab 1910 Flugwesen fakultativ in Verbindung mit Konstruktion und Modellbau gelehrt.