Der Stadtteil Borna
Historisches Chemnitz - Stadtteil Borna
Postkarte
1. Gasthaus "Grüner Hof", heute wieder bebaut mit einem Hotel und einer Disko
2. Gasthof "Bornaer Schmiede", heute ein leeres Grundstück an der Wittgensdorfer Straße in der Nähe zur Kreuzung Bornaer Straße
3. Mittelstraße, die heutige Wittgensdorfer Straße
4. Die "alte" Bornaer Schule an der Sandstraße

Der Chemnitzer Stadtteil Borna liegt im Norden der Stadt. Die Wurzeln sind wohl an der Auerswalder Straße zu suchen, die sich von der Talaue (285 m ü NN) der Chemnitz bis hinauf zur Leipziger Straße (307 m ü NN) hinzog.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1288 als "zum Borrn" was soviel wie "Siedlung an der Quelle" bedeutet. Neben der heute noch vorhandenen Quelle im nördlichen Crimmitschauer Wald waren wohl damals mehrere Quellen und Teiche auf dem Gebiet des heutigen Borna vorhanden.

Damals befanden sich in dem zweireihigen Waldhufendorf entlang der Auerswalder Straße vor allem einige Drei- bzw. Vierseitenhöfe, von denen die heute noch vorhandenen unter Denkmalschutz stehen.

Borna war damals in Ermangelung einer eigenen Kirche nach Glösa eingepfarrt, so daß die heutige Auerswalder Straße damals auch als "Totensteig" bezeichnet wurde, denn die Verstorbenen wurden hier nach Glösa getragen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg - im Jahre 1950 - erhielt Borna eine eigene Kirche.


Gasthäuser in Borna
Heute befinden sich in Borna nur noch eine Hand voll Restaurants. Das war vor Zeiten einmal anders. Heute unglaublich, aber um 1877 beispielsweise besaß Borna 10 Gasthäuser, davon drei mit einem Saale. Jahre 1804 wurde an der Straße nach Leipzig der "Grüne Hof", eine Ausspanne und ein Gasthaus eröffnet. Heute befindet sich auf diesem Areal das neue Hotel "Grüner Hof".


Borna auf einer Ansichtskarte von 1937

Die Frischbornsiedlung
1927 begann man auf Anweisung des Wohn- und Siedlungsamtes mit der Bebauung des Geländes zwischen der Leipziger Straße, der Bornaer Straße, der Louis-Otto-Straße und der Köthensdorfer Straße. Diese entstehende Siedlungsgemeinschaft wurde "Frischbornsiedlung" genannt und macht das heutige Borna weitestgehend aus.

Geplant wurde die Siedlung durch Curt am Ende und Jänichen&Puschmann. Es entstanden 259 "Heimstätten". Das waren in Reihe angeordnete Einfamilienhäuser mit etwa 70 m² Wohnfläche und mit einer dazugehörigen länglichen Parzelle von etwa 300 m² Gartenland. Eine "Heimstatt" in der Frischbornsiedlung war damals ausschliesslich Kriegsversehrten und kinderreichen Familien vorbehalten, die gegen ein zinsgünstiges Darlehen ein eigenes Heim erwerben konnten.

Die Häuser besaßen fast alle den typischen Erker, die Holzverschindelung in der oberen Etage und die feingliedrig unterteilten Fenster. Leider ist von diesem gestalterischen Gesamteindruck heute nicht mehr viel zu sehen, da zu DDR-Zeiten und besonders nach der Wende viele Bewohner "ihr" Haus nach eigenen Gutdünken umgestaltet haben. Nur wer aufmerksam durch die Siedlung geht, kann noch heute einige "Originale" oder original sanierte Häuser erleben.



Die Frischbornsiedlung im Original-Outfit

Die Bornaer Schulen
1835 wird in Borna an der Bornaer Straße die erste eigene Schule gebaut und eröffnet. Kurz zuvor, am 17.Februar 1834 waren Borna und Heinersdorf aus dem Blankenauer Schulverband ausgetreten. Das Gebäude war noch bis 1999 zu sehen, wurde aber dann abgerissen. Der erste Bornaer Lehrer war ein gewisser August Müller. 1856 werden genau 159 Schüler in Borna gezählt. Um den wachsenden Ansprüchen gerecht zu werden, beginnt man 1874 am 26. März mit dem Bau einer neuen Schule auf der Sandstraße, welche im Dezember deselben Jahres eingeweiht wird.

1931 wird der damals modernste Schulbau von Chemnitz als "Hindenburgschule" - später die Polytechnische Allgemeinbildende Oberschule Ernst-Schneller - eingeweiht.

Mehr zum Thema "Hindenburgschule" erfahren Sie HIER.

Die nun nur dezimiert arbeitende "alte" Bornaer Schule auf der Sandstraße 102 wird 1981 geschlossen, jedoch nach der Wende 1995 als Waldorf-Schule wiedereröffnet.
Zeitlicher Abriss
1288 Erste Erwähnung
1539 Borna kommt zum Amt Chemnitz
1804 "Grüner Hof"
1835 Erste Schule
1878 Erste Sandgrube
1906 Bismarckturm
1913 Eingemeindung nach Chemnitz
1931 Hindenburgschule
1950 Gnadenkirche Borna


Wo finde ich Spuren?
Sehenswert sind die heute unter Denkmalschutz stehenden Höfe an der Auerswalder Straße 6 und 12 sowie die ehemaligen Häusleranwesen Bornaer Straße 41 und 109 sowie weitere.

Die Frischbornsiedldung finden Sie, wenn Sie von der Leipziger Straße stadtauswärts rechts in die Louis-Otto-Straße einbiegen.

Die ehemalige "Hindenburgschule" finden Sie auf dem Rücken des Bornaer Hanges direkt an der Wittgensdorfer Straße.


Weitere Infos
Sehen Sie auch die Seite zur "Dorfschänke Borna".

Sehen Sie auch die Seite zur "Bornaer Schmiede".

Mehr zum Thema "Hindenburgschule" erfahren Sie hier.

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