Die Synagoge
Historisches Chemnitz - Die Synagoge
Die Synagoge am Stephanplatz auf dem Kaßberg


Vorgeschichte
Juden hat es in Chemnitz schon seit Menschengedenken gegeben. Als nach dem deutsch/französischen Krieg und dem beginnenden Gründerzeitjahren mehr und mehr Menschen in die Ballungszentren zogen, nahm die Zahl der jüdischen Mitbürger in Chemnitz ebenfalls zu. 1874 wurde daraufhin der "Religionsverein" gegründet, der 1876 in "Israelitische Religionsgemeinschaft" umgetauft wurde. 1877 gab es dann einen ersten jüdischen Friedhof in Chemnitz. Zur damaligen Zeit, als die Religionsgruppe etwa 400 Mitglieder zählte, nutzte man einen Betsaal in der Neugasse 3.


"Wisse, vor wem du stehst."
Zuerst wurde ein Baufond angelegt. Ein Wettbewerb wurde gestartet, an dem 78 Architekten teinahmen. 1897 konnte dann die Grundsteinlegung auf dem Stephanplatz durchgeführt werden. Entworfen wurde das Gebäude vom Chemnitzer Architekten Wenzel Bürger. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde das Gotteshaus am 7.März 1899 feierlich geweiht. Chemnitz besaß damit seine erste Synagoge. Im Innenraum über dem heiligen Schrein befanden sich die Worte: "Wisse, vor wem du stehst."


Ansichten
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Historisches Chemnitz - Die Synagoge

Historisches Chemnitz - Die Synagoge
Innenansicht der Synagoge



Zerstörung 1938
In der "Reichskristallnacht" genannten Nacht vom 9. auf den 10.November 1938 fanden die antijüdischen Progrome ihren Höhepunkt. Auch die Chemnitzer Synagoge wurde in dieser Nacht zerstört. Aber auch nach der Zerstörung wurde nicht Halt gemacht. Von der sächsischen Staatsregierung angewiesen, veranlasste der Oberbürgermeister von Chemnitz die jüdische Gemeinde, die Gebäudereste auf eigene Kosten von etwa 36.000 Mark zu entsorgen. Innerhalb einer Woche waren alle Spuren des Gotteshauses verschwunden. Danach wurde das Grundstück für 500 Mark an die Stadt zwangsverkauft.


Historisches Chemnitz - Die Synagoge
Die zerstörte Synagoge nach dem 9. November 1938. Oben direkt nach der Zerstörung ausgebrannt noch mit Turmaufbau, unten bereits teilweise abgetragen.

Historisches Chemnitz - Die Synagoge



Zeitlicher Abriss
1874 Religionsverein
1897 Grundsteinlegung
1899 Weihe
1938 Zerstörung


Wo finde ich Spuren?
An der Stelle am Stephanplatz wo sich die ehemalige Synagoge befand, steht heute ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Zerstörung.


www.Historisches-Chemnitz.de