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1846 wurde das Gesuch des Schlossers "besagtem Zimmermann" um Bürgerrecht
in Chemnitz von den Stadtverordneten "bevorwortet". Der 1820 in Pápa
in Ungarn geborene Johann Zimmermann hatte wie
Richard Hartmann auch einige Wanderjahre hinter sich und war im Zuge
dessen 1839 nach Chemnitz gekommen. Hier hatte er nun, ebenso wie
Richard Hartmann, einige Jahre bei
Gottlieb Haubold und in der "Sächsischen Maschinenbau-Compagnie" gearbeitet.
Ursprünglich wollte er wohl weiter ziehen, aber seine Vorgesetzten hatten
seine Fähigkeiten erkannt und versuchten ihn in der "Compagnie" zu halten.
Nachdem aber die "Compagnie" nicht mehr florierte, gründete er 1844 zusammen mit einem Mitgesellschafter sein eigenes Unternehmen in Gablenz. Man beschäftigte sich ebenso wie Richard Hartmann anfangs mit der Herstellung von Spinnmaschinenteilen. Da die Räume bald nicht mehr der Entwicklung Raum bieten konnten, zog man in die Klostermühle um - ebenso wie vorher Richard Hartmann. 1848 in den Wirren der deutschen Revolution litt das Unternehmen und Zimmermann trennte sich von seinem Compagnon. Statt nur Teile für Spinnmaschinen zu bauen, sattelte Zimmermann um und begann - als Erster in Chemnitz - mit dem Bau von Werkzeugmaschinen, Drehbänken, Bohrmaschinen und so weiter. Damals glaubte man nicht an den Erfolg eines solchen Geschäftes, aber Zimmermann konnte alle Skeptiker eines Besseren belehren. Aufschwung
Bereits 1852 waren die Verhältnisse für etwa 50 Mitarbeiter zu eng und man
zog auf die Rochlitzer Straße in neue Fabrikräume. Das Unternehmen wuchs
und wuchs und konnte 1868 bereits 800 Arbeitskräfte verzeichnen. Die
neuen - eigenen - Fabrikräume befanden sich zwischen der Mühlenstraße und
der Rochlitzer Straße auf dem Gelände der ehemaligen Gehrenbeckschen Färberei.
Hier entstand nun das erste deutsche Unternehmen, daß auf den Bau von Drehmaschinen,
sowie den Bau von Hobel-, Bohr-, Stoß- und holzverarbeitende Maschinen
spezialisiert war.
Im selben Jahr - 1852 - erhielt er für seine Produkte einen ersten Preis. Auf der Londoner Ausstellung von 1862 ließ er die europäische Konkurenz aufhorchen. Bis dahin war die Herstellung von Werkzeugmaschinen englische Domäne gewesen und alle deutsche Kunden hatten größtenteils englische Waren bezogen. Und nun gab es plötzlich eine deutsche Konkurrenz. Zwar versuchte man die Ausstellung der Maschinen aus dem fernen Chemnitz zu verhindern, ging aber fehl damit. Zimmermann sorgte auf der Londoner Ausstellung mit der Qualität seiner Produkte für Furore und veranlasste das berühmte Jurymitglied Sir Joseph Withworth zu dem Ausspruch: "very good indeed". Letztlich kehrte Zimmermann mit dem großen goldenen Preis aus London nach Sachsen zurück. Die Bestellungen mehrten sich, zumal er 1867 bei der Pariser Ausstellung erneut Preise heimholte.
Für sein Unternehmen war dies Gold wert und es nahm in den Folgejahren ständig
an Größe und Potential zu. 1867 auf der Pariser Weltausstellung gelingt ihm
eine Wiederholung seines Erfolges und er streicht diverse Preise und Auszeichnungen
ein.
1868 kommt es zu einem großen Brand im Zimmermannschen Unternehmen, der fast alle Modelle und Muster und große Teile der Anlagen zerstört. Mit großem Engagement und Anpacken der Mitarbeiter gelingt es dem Unternehmen, diesen Schlag gut zu verkraften und zu alter Stärke zurückzukehren. Zimmermann verkauft
1871 verkaufte Johann Zimmermann sein Unternehmen. Es wird eine Aktiengesellschaft,
die Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik gegründet und er übernimmt den
Posten des Generaldirektors. In den nachfolgenden Jahren betrieb er die
Vergrößerung des Unternehmens, so etwa den Bau einer Eissengießserei in
der Emilienstraße.
1878 zog er sich komplett aus dem Erwerbsleben zurück. Er hatte viel erreicht. Er war der Begründer des Chemnitzer Werkzeugmaschinenbaus. Er wurde vom österreichischen Kaiser in den Adelsstand erhoben, trug den Titel Geheimer Kommerzienrat und sowohl Chemnitz wie seine Heimatstadt Pápa ehrten ihn mit der Ehrenbürgerschaft. Nach seinem Rückzug siedelte er nach Berlin über. Dort starb er 1901. Sein Leichnam wurde nach Chemnitz überführt und auf dem Friedhof an der Reichenhainer Straße beigesetzt. Das Unternehmen nach Zimmermann
Im Jahre 1929 kam es infolge der Weltwirtschaftskrise zum Zusammenbruch.
Der Eigentümer der Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik, der Industrielle
Sonnenberg war gleichzeitig Mehrheitsaktionär der "Wotan-Werke AG Werkzeugmaschinenbau
Leipzig-Chemnitz-Glauchau", die wiederum aus der "Wotan-Werke AG" in Leipzig
und der "Deutsche Maschinen- und Werkzeugfabrik" aus Glauchau entstanden waren.
Sonnenberg fusionierte beide Unternehmen zu "Wotan- und Zimmermann-Werke AG Düsseldorf,
Werkzeugmaschinenfabrik Düsseldorf-Leipzig-Berlin-Chemnitz-Glauchau". Der
Sitz des neuen Konzerns war erst ab 1931 Düsseldorf und wurde aber laut
außerordentlicher Hauptversammlung vom 7.5.1938 nach Glauchau gelegt. Hier
befanden sich auch die Betriebsstätten der Gesellschaft. Durch Beschluß, des
Oberlandesgerichtes Dresden vom 3.8.1940 wurde gemäß §§ 12 ff. der Verordnung über
die Behandlung feindlichen Vermögens vom 15.1.1940 die Verwaltung des Unternehmens
angeordnet. Mehr als 100.000 Wotan-Werkzeugmaschinen wurden bis 1943 ausgeliefert,
wovon ein großer Teil nach dem europäischen Ausland und Übersee exportiert wurde.
Großaktionär 1943 war die Industrie-Verwaltungs-A.G. in Abwicklung, Düsseldorf mit
circa 90 Prozent der Anteile.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der Anlagen - zumindest der Glauchauer Teil - Opfer der Reparationsleistungen an die Sowjetunion. In der DDR blieb der Firmenname "Wotan- und Zimmermannwerke AG" bis 1972 bestehen, bis die großen Werkzeugkombinate der DDR gegründet wurden. In Glauchau entstand 1968 die werkzeugmaschinenfabrik "WEMA", als Ableger der "Berliner Werkzeugmaschinenfabrik BWF" und Bestandteil der WMW-Organisation. Damals konstruierte und baute man große Universal-Innenrundmaschinen wie auch Spezial-Schleifmaschinen für die Wälzlagerindustrie. Doch auch in der BRD ging es weiter. Der Sitz des Unternehmens wurde 1952 offiziell nach Düsseldorf verlagert, wo das Unternehmen ab 1953 als GmbH fungierte. 1980 wurde das Unternehmen nach Essen verlagert, wo die Altgesellschaft 1992 aufgelöst wurde. 1994 kam es zur Fortsetzung der Gesellschaft und Verschmelzung mit den privatisierten Glauchauer Betriebsteilen zur gleichzeitig errichteten Wotan und Zimmermann GmbH, Glauchau, aus der die heutige Werkzeugmaschinenfabrik Glauchau GmbH hervorging. |
![]() Johann von Zimmermann 1820 - 1901 Zeitlicher Abriss
1820 in Ungarn geboren
1839 nach Chemnitz 1844 eigenes Unternehmen 1846 Einbürgerung 1852 Fabrik Rochlitzer Straße 1862 Preis Londoner Ausstellung 1867 Preis Pariser Ausstellung 1867 Produktionsgeb. Emilienstr. 1871 Verkauf der Firma 1878 Rückzug u. Umzug nach Berlin. 1901 Tod Zimmermanns 1929 "Wotan- und Zimmermannwerke A.G." 1972 Auflösung der Firma Wo finde ich Spuren?
Das Carolahotel am Bahnhof war ehedem Zimmermanns Wohnhaus. Das Grab Johann
von Zimmermanns befindet sich auf dem Chemnitzer Friedhof an der Reichenhainer
Straße.
Das ehemalige Stammhaus an der Rochlitzer Straße musste dem Neubau des Stadtbades weichen. Ein Ehrenmann
Durch sein Wirken wurden Johann Zimmermann viele persönliche Auszeichnungen
zu Teil, die hier kurz aufgelistet werden sollen:
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