Oststraße 21
Wiege vieler Chemnitzer Unternehmen
Historisches Chemnitz - Reinicker & Oststraße

Der einst bei Haubold arbeitender Akkordmeister Knieriem erwarb das Grundstück Ecke Oststraße und Martinstrasse auf dem Sonnenberg und machte sich dort als Zeugschmied selbstständig.

Interessanterweise war sein Nachfolger bei Haubold ein gewisser Richard Hartmann, Zeugschmiedgeselle aus dem Elsass. Knieriem und Hartmann waren wohl so etwas wie Freunde, da Hartmann oft bei Knieriem in der Werkstatt arbeitete. Nach der Gründung seines Unternehmens zog Hartmann auf das Grundstück, aber bald darauf wechselte er aus Platzgründen zur Klostermühle.

Götze, der Ex-Teilhaber von Hartmann nutzte das Grundstück kurze Zeit weiter, bevor er mit seinen Schwägern Wiede kooperierte und 1842 die Maschinenfabrik Götze & Co. an der Zwickauer Straße gründete.

Nach Götze übernahem die Zylinderfabrik Tauscher & Co. das Gelände. Hier begann bald darauf ein Geselle aus Ungarn seine Arbeit, der bald Anteil an der Firma haben sollte. Aber bald darauf folgte Tauscher & Co. Hartmann und übernahm das Grundstück an der Klostermühle. 1848 zahlte dort der Geselle den Besitzer Tauscher aus und übernahm die Firma allein. Als Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik begründete der Geselle bald seinen eigenen Ruf in Chemnitz: Johann Zimmermann.

1858 kam Wilhelm Weichhold Maschinenfabrik auf das Gelände und Hartmann mietete das Nachbargelass, die Hausnummer 60.

1872 zog hier Julius Eduard Reinicker mit seinem Unternehmen ein. Er war erfolgreich und so erhielten die Gebäude bis 1891 zahlreiche Anbauten. Aber auch ihm wurde es hier bald zu klein und er zog nach Gablenz, wo das Unternehmen bis 1945 als Reinicker-Werke die Leistungsfähigkeit des Chemnitzer Werkzeugmaschinenbaus dokumentierten.

Nach Reinicker erwarb der Kaufmann Max Weißbrod das Grundstück, bis es 1891 an den Maschinenhersteller Emil Kähler verpachtet wurde. In den Jahre der Weltwirtschaftkrise um 1930 verlor das Grundstück seine Bedeutung und wurde von mehreren Firmen als Produktions- und Lagerstandort ge- und benutzt. Hervorzuheben wäre hier noch die Schnaps- und Selterwasserfabrik von Max Weißbrod.

Im zweiten Weltkrieg fielen diese Firmen dem Bombenhagel zum Opfer. In der DDR bis nach der Wende residierte hier die Bauglaserei Tauscher.
Zeitlicher Abriss
1111

Wo finde ich Spuren?
Das Gelände befindet sich an Augustusburger Straße und trägt heute die Hausnummer 35

Weiterführende Links
Arbeitsgruppen innerhalb des Chemnitzer Geschichtsverein e.V.

siehe auch: Links und Quellen


Buchempfehlungen
"Leben auf dem Sonnenberg" Autorenkollektiv unter Leitung von Jürgen Eichhorn, Hrg: Chemnitzer Geschichtsverein