Die Mollwerke A.G.

Abbildung eines Moll 3 PS Mollmobils
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Wenn man die Worte Automobilbau und Chemnitz in den Mund nimmt, fallen einem
beim ersten Gedanken vor allem die ehemals Großen der Branche, wie etwa die
Auto-Union A.G.,
die Wanderer-Werke
oder vielleicht noch
Presto
ein. Die Mollwerke A.G. hingegen sind heute - außer bei eingefleischten
Automobil-Fans weitgehend unbekannt. So erscheint es auch nicht wunder, daß
die Informationen spärlich vorhanden sind. Dennoch waren die Mollmobile
in ihrer kurzen Existenzzeit damals gut bekannt.
Heeres-Neben-Zeugamt Auerswalde Die militärische Finanzverwaltung erwirbt im Mai 1913 ein jahr vor Ausbruch des ersten Weltkrieges eine Fläche von insgesamt 47 Hektar in der Gemarkung Auerswalde. Dort soll das Königlich-Sächsische-Artilleriedepot errichtet werden. Da man jedochnicht das gesamte Land benötigt, wird auf der nicht primär militärisch genutzten Fläche weiterhin Landwirtschaft in Pacht getrieben. Auf dem eigentlichen Depotgelände beginnen im Frühjahr 1914 die Bauarbeiten durch den Chemnitzer Bauunternehmer WISKA. Nachdem der erste Weltkrieg sieglos zu Ende geht, und in den folgenden Jahren militärische Anlagen nicht mehr genutzt werden konnten, wurde 1919 das Artelleriedepot aufgelöst. An dessen Stelle zogen nun kleinere Handwerksbetriebe und Firmen auf dem Gelände ein. Ein Unternehmen dabei waren die Mollwerke, die hier das sogenannte Mollmobil fertigten. Exotische Mollmobile Die Mollwerke A.G. waren ein in Oberlichtenau ansaessiges Unternehmen, daß sein Geld vorrangig mit der Produktion von Holzfässern und mit der Sauerstoff-Herstellung machte. Wahrscheinlich begann man mit dem Bezug des ehemaligen Artelleriedepots in Auerswalde 1919 mit dem Bau von Automobilen. Die Mollmobile waren eher Exoten. Es waren kleine, kompakte Zweisitzer, bei denen die Personen hintereinander Platz fanden. Dadurch waren die Autos auch sehr schmal in Ihrer Kontur geschnitten. Von den Mollwerken selbst stammten wohl nur die selbsttragenden Karosserien aus Holz. Die Motoren hingegen wurden wahrscheinlich von Siemens&Halske zugekauft.
Mollmobile auf der Avus Am 10. Juni 1921 fand das erste Motorradrennen auf der Avus in Berlin statt. Organisator war der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC) der damit ebenfalls seinen Einstand als Rennveranstalter gab. Am darauf folgenden Tag starteten dann die Automobilrennen, bei denen die Mollwagen als Neuerscheinung bestaunt wurden. Ende der Mollwerke 1925 mußten die Mollwerke - wohl in Folge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgrund der nahenden Weltwirtschaftskrise - Konkurs anmelden. Zur gleichen Zeit ist man bei DKW in Scharfenstein bemüht, einen Kleinwagen zu entwickeln. Da in den insolventen Mollwerken das entsprechende Know-How für den Karosseriebau liegt und das Mollmobil ja eine gute Vorlage hergibt, kauft 1926 das Unternmehmen aus Scharfenstein die Reste der Moll-Werke auf. 1927 kommt DKW dann mit seinem ersten Kleinwagen auf den Markt, der in den ehemaligen Automobilwerken Slaby-Behringer - jetzt DKW-Dependance - in Berlin-Spandau gefertigt wird. Hier in Berlin vereint sich bei DKW nun das Know-How der SB-Automobilgesellschaft des Dr. Rudolf Slaby und das der ehemaligen Mollwerke. |
Zeitlicher Abriss 1919 Auerswalde 1925 Konkurs 1926 Übernahme durch DKW Wo finde ich Spuren? ... |
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