Das erste Kartell in Sachsen
1830 kommt es zu einem interessanten Vorgang, einer Art Monopolbildung und damit die erste bekannte kartellartige Vereinbarung in Sachsen, euphemistisch "Arbeitsteilung" genannt.

"Zur Förderung der Sächsischen Industrie" betreibt die Königlich Sächsische Landesökonomie-, Manufactur, und Kommerziendeputation eine Arbeitsteilung. Neben den beiden Chemnitzer Maschinenbauwerkstätten Haubold und Wieck gehört dem auch das Dresdner "Mechanische Institut" Blochmann&Dietrich an. Es wird festgelegt, daß für Haubold "sämtliche Maschinen und Apparate für die Baumwollspinnerei" sowie der Bau von Schafwollspinnmaschinen, Kattundruck und Appreturmaschinen vorbehalten bleibt. Weiterhin wird eine Art Liste angelegt, in denen alle Maschinen aufgelistet werden, die nicht gegenseitig in Konkurenz treten dürfen, solange die Vereinbarung besteht. Unbeschränkte Konkurenz wird nur im Ausland zugelassen. Erfindungen sollten untereinander ausgetauscht und vor anderen ein Jahr geheim gehalten werden.

Das es kein einzigartiger Fall war, zeigt das zur selben Zeit gegründete "Vereinigte Kammgarn-Comptoir" mit sieben Firmen in Thüringen.

haubold_arbeitsteilung.pdf



Zeitlicher Abriss
1830 Kartell


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