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Die Geschichte der Fabrik von Richard Hartmann ist eine über die Grenzen
Sachsens hinausreichende Legende. "Hartmann" war weltweit der Begriff für
Qualitätsmaschinen aus Chemnitz.
Wie alles begann...
Wie es begann, klingt wie ein Märchen. Der 1809 im Elsaß geborene Richard
Hartmann lernte dort den Beruf des Zeugschmiedes. Als Geselle begab er sich
1828 auf Wanderschaft - damals üblich. Mit nicht mehr als zwei Talern kam
er 1832 nach Chemnitz. Hier sei noch am Rande bemerkt, daß sich damals in
Deutschland eine Wanderung der Gründer vollzog. Nur sehr selten sind die
großen Erfinder und Firmengründer an ihrer Wirkungsstätte geboren. So kam
u.a. auch Gustav Diel, der spätere Gründer der Werkzeugmaschinenfabrik "Union"
nach Hartmann aus dem Elsaß nach Chemnitz. Aber zurück zu Richard Hartmann.
Etwa fünf Jahre war Hartmann in verschiedenen Chemnitzer Unternehmen, darunter auch bei seinem späteren Konkurenten Haubold tätig. Da er sich durch Engagement hervortat, versetzte ihn Haubold in die Krempelfabrikation, wo er es bis zum Akkordmeister brachte. Der höhere Lohn erwies sich als hilfreich, denn 1837 war es dann soweit. Mit erspartem Geld und zusammen mit seinem Berufsgenossen Illing kaufte er das Maschinenbaugeschäft Schubert (Annaberger Straße 539a); vorerst mit drei Gesellen. Zuerst beschäftigte man sich ausschliesslich mit der Reparatur von Baumwollspinnmaschinen und lieferte dazu Ersatzteile. Doch dabei blieb es nicht. Bald darauf baute und verkaufte er auch ganze Baumwollspinnmaschinen. 1839 kam es zum Zerwürfniss mit seinem Kompagnon was zur Auflösung des Vertrages der beiden führte. Hartmann trat in diesem Jahr mit August Götze in Verbindung und gründete das Unternehmen Götze&Hartmann (man bemerkt sicher, wessen Name damals noch an vorderster Stelle geschrieben stand). Götze wurde später Kommerzienrat und avancierte zum Gründer der Maschienenfabrik Theodor Wiede & Co. sowie später zum Direktor der Chemnitzer Aktienspinnerei. Aber wieder zu Richard Hartmann: Da Götze ihm den Rücken in kaufmännischen Fragen freihielt, konnte sich Hartmann auf sein Revier, das Konstruieren von Maschinen konzentrieren. Das Unternehmen nahm einen stattlichen Aufschwung und hatte bald etwa dreißig Arbeiter in Lohn und Brot. Heute würde man das ein "kleines mittelständiges Unternehmen" nennen. "Gediegene Ausführung und vorzügliche Konstruktion"
1839 gelang der Durchbruch. Hartmann kaufte für 1.000 Taler die Idee zu einer
Streichgarn-Vorspinn-Maschine einem mittellosen Erfinder ab. Diese Maschine
fand bald danach in allen Streichgarnspinnereien Europas ihren Einzug. Der Ruf
Hartmanns verbreitete sich schnell über die Grenzen der Chemnitzer Region
hinaus. 1840 zog man nach der Vorstadt Gablenz, da der Platz zu eng wurde.
Die Arbeiterzahl war unterdessen auf 76 angewachsen. 1840 entwickelte man
auch bei Hartmann einen Florteiler für Streich- und Tuchgarne, der einen
guten Umsatz brachte. Nach und nach trat der Bau des Florteilers in den Vordergrund
und verdrängte die alten Reparaturarbeiten.
Aber Richard Hartmann hatte auch Glück. Kurz nach dem Erwerb des Firmenareals an der Leipziger Straße (heute Hartmannstraße) brach in seinen Gablenzer Werkstätten ein Feuer aus, was alle drei Arbeitssäle zerstörte. Schnell konnte er die gesamte Produktion auf das neue Gelände verlagern, wo nun das neue Hauptwerk entstand. Bau von Eisenbahnen
Das Jahr 1848 war ein weiterer Meilenstein. Mit Hilfe seines Landsmannes
Theodor Steinmetz aus dem Elsaß baute Hartmann seine erste Lokomotive.
Die erste "Glück Auf" Dampflokomotive wurde am 7. Februar an die Sächsischen
Staatseisenbahnen ausgeliefert. Damals wurden die fertigen Eisenbahnen noch
per Pferdetransport erst nach Leipzig, später dann zum Chemnitzer Hauptbahnhof
befördert, was ein jedes Mal ein großes Spektakel abgab.
Mehr Informationen zum Thema "Loktransport" erhalten Sie hier Mehr zum Thema "Chemnitzer Eisenbahnkrieg" lesen Sie hier. Wichtig erscheint hier vielleicht, daß er finanziell gesehen, diesen Schritt nicht allein gewagt hätte. Aber da die sächsische Regierung das Unternehmen mit 30.000 Talern Kredit unterstützte, begann er ab 1845 mit der Planung des Lokomotivbaus. Hier sei noch kurz angemerkt, das die "Glück Auf" nicht die erste sächsische Dampflok war, wie gern berichtet wird. Wenige Jahre vorher, genau 1839 wurde die "Pegasus" und die "Teutonia" der "Sächsischen Maschinenbau-Compagnie" in Chemnitz gebaut.
Aber die Lokomotivfabrikation erwies sich als politisch schwierig, da Sachsen
neben Hartmann weiterhin noch Lokomotiven aus England und von Borsig aus
Berlin bezog. So lief der Lokomotivbau nur schleppend an.
Größer, weiter, besser
1855 begann das Unternehmen mit dem Bau von Turbinen und Mühleneinrichtungen,
sowie kurz darauf von Bergwerksmaschinen und Bohrapparaten. Wie aus den
vorigen Absätzen ersichtlich, explodierte die Unternehmensentwicklung.
Waren 1842 etwa 200 Mitarbeiter beschäftigt, so waren es 1857 1.500 und um
1900 bereits 5.000. Ein Fabrikneubau entstand nach dem anderen. Und so ist
es nicht verwunderlich, daß sich auf dem Gelände zwischen Kaßberg und
Schlossteich eine Hartmann-Fabrik an die andere drängte. Selbst ein Großbrand
1860 (75% des Nordkomplexes wurden zerstört) konnte die Unternehmensentwicklung
nur unwesentlich bremsen, denn bereits ein knappes halbes Jahr später ging
die Produktion weiter. Wie groß Hartmanns Fabrik inzwischen war, belegt der
Fakt, daß 1868 eine Lokomotivhalle für den Bau von gleichzeitig 36 Lokomotiven
errichtet wurde.
1868 nahm Hartmann seine beiden Söhne Richard und Gustav sowie seinen
Schwiegersohn Eduard Keller als Teilhaber in das Unternehmen auf. Ein weiteres
wichtiges Jahr war 1870. Das Unternehmen von Richard Hartmann wurde für
7,5 Millionen Mark in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und erhielt den
neuen Namen "Sächsische Maschinenfabrik vormals Richard Hartmann AG". Richard
Hartmann selbst bezog den Posten des Vorsssitzenden des Verwaltungsrates,
den er bis an sein Lebensende inne hatte. Der Unwandlung folgte ein weiterer
Vergrößerungsschub, dessen Details hier aufzuzählen den Rahmen sprengen würde.
Selbst Eis- und Kühlmaschinen fertigte man ab 1889. Richard Hartmann aber,
der Gründer des Unternehmens, starb am 16.Dezember 1878 70-jährig an den
Folgen eines Gehirnschlages. Er wurde auf dem Friedhof an der Reichenhainer
Straße beigesetzt.
Das Unternehmen nach Hartmann
Die Produktion aber ging weiter. 1878 lief die 1000. Lokomotive vom Band.
In den Folgejahren gingen viele Neu- und Weiterentwicklung in Serie, die
hier aber aus Platzgründen nicht weiter ausgeführt werden sollen. 1896
startete man in Russland ein Tochterunternehmen und gründete die "Russische
Maschinenbaugesellschaft Hartmann", dessen Präsident der Hartmann-Sohn
Gustav war. Nach 1918 gehörte das Werk zu den größten Lokomotivbauunternehmen
Russlands. Gustav Hartmann führte auch das Werk seines Vaters als
Aufsichtsratsvorsitzender des Mutterunternehmes fort und war bei der Dresdner
Bank als Direktor tätig.
1896 wurde ein weiteres Grundstück erworben und mit dem Bau des Verwaltungsgebäudes
begonnen, daß heute das Polizeipräsidium beherbergt. Fährt man heute an diesem
Gebäude vorbei, so kann man den Stolz und die Mächtigkeit der Sächsischen
Maschinenfabrik - ein Unternehmen von Weltrang - erahnen.
Nach einer Umstrukturierung zwischen 1898 und 1910 und einer Erhöhung des Aktienkapitals auf 5 Millionen Mark folgte der Namenswechsel zu "Sächsische Maschinenfabrik vorm. Richard Hartmann Aktiengesellschaft".
Ein Großunternehmen zur Jahrhundertwende
Eine kurze Bestandsaufnahme zur Jahrhundertwende: Das Unternehmen ist auf
einer Gesamtfläche von etwa 970.000 m² angesiedelt. Darauf befanden sich 107
Gebäude mit 23 hohen Schornsteinen. Das Aktienkapital betrug etwa 12 Millionen
Mark, was damals eine ganze Menge war. Im Unternehmen befanden sich damals
Dutzende von Dampfmaschinen und -kesseln und tausende Maschinen und Werkzeuge.
Jedes Jahr produzierte man Waren im Wert von etwa 15 Millionen Mark, davon
etwa 60% für das In- und 40% für das Ausland, wobei man in die ganze Welt
exportierte. Neben dem Maschinenbau hatte die Maschinenfabrik ein weiteres
Betätigungsfeld in der Herstellung von Geschützen, Artelleriefahrzeugen,
Granaten, Patronen und großen Schiffskanonen gefunden. Im Prinzip kann man
sagen, daß überall dort, wo Metall eingesetzt wurde, ein Geschäftsfeld der
Sächsischen Maschinenfabrik gewesen war.
Auch beginnt man in diesen Jahren das Unternehmen nicht durch eigene Expansion, sondern durch Zukäufe zu erweitern. 1911 übernimmt man das ehemalige Wiedesche Unternehmen, daß zwischenzeitlich der "Hannoverschen Maschinenbauanstalt vorm. G. Egestorff" angeliedert war. Dadurch war es möglich, den Prtoduktionsausstoß von Spinnereimaschinen deutlich zu erhöhen.
Der erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise
1914 brach der erste Weltkrieg aus, in dessen Zuge die Nachfrage nach
Lokomotiven weitestgehend zurückging. Um die inzwischen 7.000 Arbeiter
weiter beschäftigen zu können, stellte man auf die Produktion von Kriegsgütern
um. Bis 1918 produzierte man neben Granaten, Minenwerfern und Kanonenrohren
auch Feldküchen, hölzerne Planwagen und Tiefenruder für Unterseeboote. Daneben
produzierte man in geringer Zahl noch Lokomotiven weiter, darunter die
"Sachsenstolz", die damals größte und leistungsfähigste Schnellzuglokomotive
für Mittelgebirgsstrecken in Europa.
Im Zenit
Die wirtschaftlichen Verschiebungen in Folge des Krieges führten noch einmal
zu einer Erweiterung des Unternehmens. 1917 übernahm man den Textilmaschinenbaubetrieb
der Schimmelschen Maschinenfabrik in Chemnitz, baute 1920 eine Außenstelle
in der "neruerbauten Artelleriewerkstatt" in Dresden auf und übernimmt auch
die "König Friedrich-August-Hütte" in Potschappel bei Freital. Als letzten
Einkauf übernimmt man die Firma Walter Loebel A.-G. in Dresden, die Textilmaschinen
herstellt.
Besonders die Übernahme der Hütte bei Freital ist interessant, denn es zeugt vom Willen der Unternehmensführung durch Zukauf wichtiger Komponenten unabhängig von externen Dienstleistern und Produzenten zu werden. Damit gelang es der Sächsischen Maschinenfabrik, einen sogenannten "gemischten" bzw. "kombinierten" Konzern aufzubauen. Die Hütte als Montanlieferant war dabei von wichtiger Bedeutung. Aber der Zenit war überschritten. 1920 wurde die DRG, die Deutsche Reichsbahngesellschaft gegründet. Da die ehemals Sächsisch-Bayerische Staatsbahn darin aufging, verlor die Maschinenfabrik ihren größten Kunden. Doch damit nicht genug. Nach und nach setzten sich die preußischen Normen im Lokomotivbau durch, was zu einer deutlichen Verschiebung der Aufträge nach Preußen führte. Von 1920 bis 1924 wurden nur noch 64 Lokomotiven für die DRG gebaut, obwohl in den gleichen Jahren das Unternehmen mit etwa 11.000 Arbeitern und Angestellten seinen Höhepunkt hatte. 1926 wurde der Werkzeugmaschinenbau aufgegeben. 1927 betrug der Umsatzverlust satte 50%. 1928/1929 kam dann der letzte große Lokomotivauftrag: 13 Schmalspurlokomotiven wurden für die DRG gebaut. Der Zusammenbruch und das Fortbestehen
Das Ende war nah. Bereits 1928 war man gezwungen, die erst im Jahre 1921
aufgekaufte "König-Friedrich-August-Hütte" wieder abzustoßen. Ebenfalls 1928
führte man den Dresdner Textilmaschinenbau wieder nach Chemnitz zurück. Im
Jahre 1929 verließen als letzte Produkte vier Dampfwalzen und eine Diesellok
die Hallen. Insgesamt wurden in Chemnitz in den 81 Jahren von 1848 bis 1929
4.699 Lokomotiven gebaut. Auf fünf Kontinenten liefen Produkte aus Chemnitz
zur vollsten Zufriedenheit der Kundschaft. Von allen gebauten Lokomotiven
arbeiteten ungefähr die Hälfte in Sachsen, wo 1974 die letzte Regelspurlok
ausser Dienst ging.
1930 kam es zur Liquidation des Unternehmens. Die traditionsreiche "Sächsische Maschinenfabrik" wurde aufgelöst. Der lebensfähigste Teil, der Textilmaschinbereich wurde zur "Sächsischen Textilmaschinenfabrik vorm. Richard Hartmann A.G." umfirmiert. Dieses Unternehmen spezialisierte sich wieder - wie zu Anfängen - auf den Bau von Spinnereimaschinen. Als Unternehmenssitz der 425 Arbeiter diente das ehemalige Zweigwerk an der Altchemnitzer Straße. Um zu überleben, wurde am 1.6.1933 die "Textil-Maschinen-Compagnie Chemnitz" (TeMaCo) gegründet. Sie war eine Exportverkaufsgesellschaft, in der sich neben der Carl Hamel A.G., der Sächsischen Webstuhlfabrik (Louis Schönherr) und Kelting&Braun aus Crimmitschau auch die "Sächsischen Textilmaschinenfabrik vorm. Richard Hartmann A.G." zusammenschloss. Daraufhin wurde 1934 der Webstuhlbau eingestellt, da diese Sparte innerhalb der TeMaCo an die Sächsische Webstuhlfabrik (Louis Schönherr) ging. Nun baute man nur noch Spinnmaschinen. Die Aufträge florierten und kamen wieder aus der ganzen Welt, so daß die Belegschaft bis 1937 wieder auf 2.000 Mitarbeiter anwuchs. Bis zum Ende der DDR
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Fabrikanlagen zu 60% zerstört. Doch an einen
Wiederaufbau war nicht zu denken. Dabei wirkten sich die ehemals guten
Geschäftsbeziehungen nach Russland als verhängnissvoll aus. Im Juni besichtigte
ein russicher Oberstleutnant den Betrieb und ließ sich alles genau erklären.
Der Russe kannte das Unternehmen aus früheren Zeiten aus seiner Tätigkeit
als Abnahmebeamter. Nach seinem Besuch ließ er sich detailierte Kataloge zu
den Produkten schicken. Kurz danach - im August - begann die Demontage, der
am Ende fast 90% der Anlagen zum Opfer fielen.
1946 erfolgte dann auch die Enteignung und die Gründung des VEB Spinnereimaschinernbau. Dieser "volkseigene" Betrieb existierte bis nach der Wende und hörte dann aber auf zu bestehen. Damit endete eine wirklich glorreiche Firmentradition in Chemnitz, die 1832 in Chemnitz mit zwei Talern begann und fast 160 Jahre überdauerte.
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Zeitlicher Abriss
1809 Geburt in Barr im Elsaß
1832 Hartmann kommt nach Chemnitz 1837 Kauf einer Wekstatt 1837 Einbürgerung 1839 Götze&Hartmann 1839 Durchbruch mit der Streichgarn-Vorspinn-Maschine 1841 Umzug in die Klostermühle 1841 erste Dampfmaschine 1848 "Glück Auf" 1860 großer Brand 1870 Umwandlung in AG 1878 Tod Hartmanns 1896 Tochteruntern.in Rußland 1898 Umstrukturierung 1920 Außenstelle in Dresden 1930 Liquidation 1933 TeMaCo 1945 50% Zerstörung 1946 Demontage und Gründung VEB Spinnereimaschinenbau Wo finde ich Spuren?
Im ehemaligen Verwaltungs- und Hauptgebäude an der Hartmannstraße (früher
Helmut-Just-Straße) befindet sich heute das Polizeipräsidium.
Umweit davon befindet sich die alte Villa der Familie Hartmann, früher Bestandteil des Pionierhauses "Juri Gagarin" heute "Haus Spektrum" Weiterhin sind noch einige Fabrikanlagen in der Fabrikstraße gegenüber dem heutigen Kino Cinestar (ehemals "Luxor-Filmpalast") zu finden. Grab Richard Hartmanns auf dem Friedhof Reichenhainer Straße Interessantes am Rande
Im Dresdner Stadtteil Laubegast befindet sich eine der schönsten Villenbauten
in Dresden, die Hartmann-Villa. Besitzer war Richard Hartmann. Ab 1917 saß
hier die "Creutz-Film-Gesellschaft", die einem Enkel Hartmanns gehörte.
Hier entstanden Stumm- und Kurzfilme, darunter "Der Geiger von Meißen" mit
Erich Ponto. Seit DDR-Zeiten ist ein Kindergarten im Haus untergebracht.
Sehenswert ist die Jugendstil-Ausstattung, die farbigen Glasfenster, sowie
die Wandmalereien.
Kartelle
1877 wurde der "Verband Deutscher Lokomotiv-Industrieller" gegründet, der
eine Interessenvertretung deutscher Lokomotivproduzenten war. Die Sächsische
Maschinenfabrik gehörte diesem Verband an, der allerdings nur bis 1880
existierte. Um aber weiterhin ihre Interessen zu sichern, kam es 1890 zur
Gründung des "Deutschen Lokomotiv-Verbandes", wiederum mit der Maschinenfabrik
als Mitglied. De Facto kam es durch Gründung des Verbandes zu einer Kartellbildung
der deutschen Lokomotivhersteller, denn die Aufgaben des Verbandes bezogen
sich vor allem auf die die Wahrung des "Länderschutzes", also die gleichmäßige
Verteilung von Aufträgen sowie die Einhaltung von Preisabmachungen. Die
vorbezeichneten Absprachen wurden in gemeinsamen Konferenzen getroffen, wo
unter Beteiligung aller Mitglieder die Verteilung von Aufträgen etc. abgesprochen
wurde.
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