Diamant
 

Als die Wirtschaft in den Gründerjahren des Deutschen Reiches anfing zu boomen, war ein arbeitsloser Schlosser mit dabei. 1884 bezog Friedrich Nevoigt aus der Lausitz ein kleines Zimmer und nutzte dies als Werkstatt. Mit einer gebrauchten Bohrmaschinen und einer Stanze fertigte er Platinen für die Limbacher Strumpffabrikanten. Das Unternehmen schien sehr gut zu laufen, so daß 1885 sein Bruder Wilhelm mit dazustieß. Gemeninsam errichtete man sich eine kleine Fabrikationshalle und eine dazugehörige Villa. Es war Boomzeit.

1889 erweiterten die Brüder ihr Portfolio um die Produktion von Schreibfedern. Um effektiver produzieren zu können entwickelte man seine eigene automatische Exenterpresse.

Aber der Wind wehte aus einer anderen Richtung. Nachdem die Herren Winklhofer und Jänicke 1885 damit begannen Fahrräder zu bauen, stiegen plötzlich weitere Firmen in dieses gebiet ein. Es war ein lohnendes Zusatzgeschäft. Auf diesen Zug musste man aufspringen. nachdem 1893 der neubau an der heutigen Nevoigtstraße bezugsfertig war, begann man dort mit dem Bau von Fahrrädern. Noch war es nur eine Abteilung unter mehreren. Etwa 10 von den 70 Mitarbeitern waren in dieser Sparte beschäftigt. Auch beide Brüder produzierten noch selbst mit in ihren eigenen Unternehmen.

Das Unternehmen wuchs bis 1898 von diesen 70 auf etwa 300 Arbeiter und Angestellte.

 

Zeitlicher Abriss
1884 Gründung
1885 Einstieg Wilhelm Nevoigts
1889 Produktion Schreibfedern
1893 Nebau an der Nevoigtstraße
1893 Bau von Fahrrädern

Wo finde ich Spuren?
An der Nevoigtstraße befinden sich noch immer die imposanten Fertigungsgebäude des alten Diamant-Werkes. Hier produzierte man bis Mitte der 90er Jahre Fahrräder, bis das Unternehmen nach Hartmannsdorf umzog. Im dortigen Industriegebiet befindet sich heute die Fahrradproduktion.