Der Küchwald
Hinter dem Kloster befand sich der sogenannte "Kuchenwaldt" (auch Kuchenholtz
oder Kuchenwaldt). Aus diesem versorgten sich - wie der Name schon erkennen
lässt - die Mönche des benediktinerklosters mit Nahrungsmitteln. 1541 heißt
es dazu: "Der Kuchenwaldt und Krymtzer Wald, diß holtz wirt gebrauchet
vor die kuchen, zu brawholtz, backholtz; auf dißem walde magh mhan iagen
hocheilt und rehe."
Nachdem das Kloster 1540 bei der zweiten Visitation de facto
enteignet wurde der Küchwald sächsischer Staatsforst. Im Jahre 1885 wurde
das Areal durch die Stadt aus diesem staatlichen Besitz erworben.
Um Turnspiele für die Chemnitzer Jugend durchführen zu können wurde 1888 am
Eingang des Waldes ein Festplatz vom etwa 30.000 m² Fläche angelegt. Doch
schon bald - nämlich im Juni 1889 - wurde er anlässlich der "Wettinfeier"
auch als Volksfestplatz genutzt.
In der Mitte des Festplatzes befand sich damals eine kleine Wirtschaft, die
der Versorgung der Festplatzzbesucher diente.

Seltenes Bild: Die originale
Schankwirtschaft auf dem Festplatz, die nach 1900 abgerissen wurde.
Im Jahre 1900 beschloss man dann, diesen Wald in einen Waldpark umzugestalten,
um den Chemnitzern eine Möglichkeit zur Erholung zu bieten. Federführend bei
dieser Umgestaltung war wiederum der Chemnitzer Verschönerungsverein sowie
der Chemnitzer Stadtgärtner Otto Werner. Er beschrieb später den Park wie
folgt:
"Der Waldcharakter ist hier vollständig beibehalten worden ... Einzelne
große Lichtungen bieten als Wiesengründe eine willkommene Abwechslung und
sorgen für hübsche Fernsichten. Majestätische Baumbestände sind ... zur Stärkung
ihrer Laubkronen freigelegt worden ... Ein großer Festplatz mit schattenspendenden
Kastanien umpflanzt, steht Volks- udn Sportfesten zur Verfügung ...
Rasenspielplätze dienen der Jugend zum Aufenthalt in frischer Waldluft..."

Plan von 1903
Um einen zentralen Ort zu schaffen wurde die kleine Wirtschaft in der Mitte des
Festplatzes abgerissen und am nordwestlichen Ende des Festplatzes die Küchwaldschänke
errichtet, die am 25.Dezember 1909 eröffnet wurde. Unter der Leitung von
Stadtbaurat Möbius wurden für diesen Bau 160.000 Mark verwendet.
Die Freilichtbühne
In den fünfziger Jahren entstand am Nordrand des Festplatzes als Objekt des
Nationalen Aufbauwerkes der DDR die Freilichtbühne allein durch freiwillige
Arbeitsleistungen. 1960 wurde dieses 4.500 Personen fassendes Freilichttheater
anlässlich der zweiten Arbeiterfestspiele übergeben.
Damals rege als Kino und Musiktheater genutzt, verfiel es nach der Wende
zusehens. Nun denkt man über eine Sanierung nach, jedoch ist eine Finanzierung
völlig ungeklärt. Schade!

Die Freilichtbühne im Jahre 2004.
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Zeitlicher Abriss
1885 Erwerb durch die Stadt
1888 Anlage Festplatz
1900 Waldpark
1909 Eröffnung
Wo finde ich Spuren?
Die Küchwaldwiese befindet sich noch heute im Küchwald und dient im Sommer
als beliebter Veranstaltungsort. An Stelle der Küchwaldschänke steht heute
das verfallene Freilichtkino
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