Die Küchwaldschänke
Historisches Chemnitz - Küchwaldschänke
Postkartenansicht aus dem Jahre 1913

Der Küchwald
Hinter dem Kloster befand sich der sogenannte "Kuchenwaldt" (auch Kuchenholtz oder Kuchenwaldt). Aus diesem versorgten sich - wie der Name schon erkennen lässt - die Mönche des benediktinerklosters mit Nahrungsmitteln. 1541 heißt es dazu: "Der Kuchenwaldt und Krymtzer Wald, diß holtz wirt gebrauchet vor die kuchen, zu brawholtz, backholtz; auf dißem walde magh mhan iagen hocheilt und rehe."

Nachdem das Kloster 1540 bei der zweiten Visitation de facto enteignet wurde der Küchwald sächsischer Staatsforst. Im Jahre 1885 wurde das Areal durch die Stadt aus diesem staatlichen Besitz erworben.

Um Turnspiele für die Chemnitzer Jugend durchführen zu können wurde 1888 am Eingang des Waldes ein Festplatz vom etwa 30.000 m² Fläche angelegt. Doch schon bald - nämlich im Juni 1889 - wurde er anlässlich der "Wettinfeier" auch als Volksfestplatz genutzt.

In der Mitte des Festplatzes befand sich damals eine kleine Wirtschaft, die der Versorgung der Festplatzzbesucher diente.

Historisches Chemnitz - Küchwaldschänke
Seltenes Bild: Die originale Schankwirtschaft auf dem Festplatz, die nach 1900 abgerissen wurde.

Im Jahre 1900 beschloss man dann, diesen Wald in einen Waldpark umzugestalten, um den Chemnitzern eine Möglichkeit zur Erholung zu bieten. Federführend bei dieser Umgestaltung war wiederum der Chemnitzer Verschönerungsverein sowie der Chemnitzer Stadtgärtner Otto Werner. Er beschrieb später den Park wie folgt:
    "Der Waldcharakter ist hier vollständig beibehalten worden ... Einzelne große Lichtungen bieten als Wiesengründe eine willkommene Abwechslung und sorgen für hübsche Fernsichten. Majestätische Baumbestände sind ... zur Stärkung ihrer Laubkronen freigelegt worden ... Ein großer Festplatz mit schattenspendenden Kastanien umpflanzt, steht Volks- udn Sportfesten zur Verfügung ... Rasenspielplätze dienen der Jugend zum Aufenthalt in frischer Waldluft..."

    Historisches Chemnitz - Küchwaldschänke
    Plan von 1903

Um einen zentralen Ort zu schaffen wurde die kleine Wirtschaft in der Mitte des Festplatzes abgerissen und am nordwestlichen Ende des Festplatzes die Küchwaldschänke errichtet, die am 25.Dezember 1909 eröffnet wurde. Unter der Leitung von Stadtbaurat Möbius wurden für diesen Bau 160.000 Mark verwendet.

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Historisches Chemnitz - Küchwaldschänke

Die Freilichtbühne
In den fünfziger Jahren entstand am Nordrand des Festplatzes als Objekt des Nationalen Aufbauwerkes der DDR die Freilichtbühne allein durch freiwillige Arbeitsleistungen. 1960 wurde dieses 4.500 Personen fassendes Freilichttheater anlässlich der zweiten Arbeiterfestspiele übergeben.

Damals rege als Kino und Musiktheater genutzt, verfiel es nach der Wende zusehens. Nun denkt man über eine Sanierung nach, jedoch ist eine Finanzierung völlig ungeklärt. Schade!

Historisches Chemnitz - Küchwaldschänke
Die Freilichtbühne im Jahre 2004.

Zeitlicher Abriss
1885 Erwerb durch die Stadt
1888 Anlage Festplatz
1900 Waldpark
1909 Eröffnung

Wo finde ich Spuren?
Die Küchwaldwiese befindet sich noch heute im Küchwald und dient im Sommer als beliebter Veranstaltungsort. An Stelle der Küchwaldschänke steht heute das verfallene Freilichtkino



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