Der Bismarckturm

Historisches Chemnitz - Der Bismarckturm
Der Bismarckturm auf einer Ansichtskarte von 1909

Um die Jahrhundertwende herum war der Gedanke sehr stark den von Kaiser Wilhelm II. entlassenen Kanzler für seine Verdienste zu ehren. So wurde angeregt, überall in Deutschland Feuersäulen zu Bismarcks Ehren zu errichten.

Nachdem in Chemnitz bereits 1901 ein Bismarcktisch existierte, gründete man 1902 den Bismarckverein und man fasste den Plan ebenfalls einen Bismarckturm für Chemnitz zu errichten. Der Platz auf der Röhrsdorfer Höhe im Chemnitzer Stadtteil Borna wurde vom Oberfinanzrat Ledig unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Am 24.Mai 1906, dem Himmelfahrtstag, fand unter Beteiligung von mehreren tausend Chemnitzer Bürgern die festliche Weihe des Bismarckturmes statt. Der Turm bestand aus Harthauer Chloritschiefer und Lausitzer Granit.

Der Platz um den Turm herum wurde gärtnerisch gestaltet und das "Bismarckschlösschen" lud zum Verweilen ein.
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Historisches Chemnitz - Der Bismarckturm

Zerstörung des Bismarckturmes
Das Ende des Chemnitzer Bismarckturms kam in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges. Jedoch gibt es verschiedene Varianten der Zerstörung.
Die erste Variante besagt, daß die in Röhrsdorf liegenden Truppen den Turm mit Artellerie beschossen, damit er nicht als Kommandoturm oder Scharfschützenversteck für die Wehrmacht oder die SS dienen sollte. Dafür sprechen auch die noch in Rudimenten vorhandenen Schützenlöcher am benachbarten Waldrand, die dem Volkssturm und der Hitlerjugend (HJ) dazu gedient haben sollen, die anrückenden Amerikaner auf der Autobahn oder in Röhrsdorf zu beschießen. Laut Aussage wurde auch mindestens ein Panzer (Sherman ?) oberhalb der Autobahnbrücke Leipziger Straße abgeschossen. Wahrscheinlich vermuteten die amerikanischen Einheiten, die zuvor das KZ Buchenwald befreit hatten, dort aber statt dessen starke SS-Verbände der Einheit "SS-Frunsberg".

Die zweite Variante der Geschehnisse geht davon aus, daß SS-Truppen den Turm selbst gesprengt haben, um der anrückenden XX. mechanisierten Corps der US-Armee nicht die Möglichkeit zu geben, denselben als Feuerleitstelle für die Artillerie zu nutzen.

Kürzlich erhielt ich eine Zuschrift, die sich auf die Aussagen des letzten Wirtes des Bismarkturmes bzw. der Gartenkantine, Herrn Manfred Seidel, beruft. Danach hätten die Amerikaner von Rabenstein aus den Turm beschossen und wohl auch mehrmals getroffen. Dannach hätten Deutsche den Restturm am Tage gesprengt, um den Amerikanern keinen "Aussichtsturm" zu hinterlassen. Zur Zerstörung der Gaststätte mit folgendem Brand sei auch Brandstiftung in Erwägung zu ziehen. Dafür hätte es Zeugen gegeben.

Weiter wird berichtet, das es über Chemnitz und explizit über Borna Beobachtungsflüge der amerikanischen Aufklärer gegeben hat. Dabei sei wahrscheinlich fotografiert worden, wie ein städtisches Weinlager vom offenen LKW in die Keller des Turmes verlagert wurde. dabei seien die Flaschen womöglich als Granaten identifiziert worden und man habe deshalb den Turm beschossen.

Sei es wie es sei, jedenfalls wurde das benachbarte Bismackschlösschen wahrscheinlich durch Artilleriefeuer getroffen und brannte. Die alarmierte Chemnitzer - oder Bornaer - Feuerwehr versuchte zum Brandherd zu eilen, wurde jedoch an der Einmündung von der Leipziger Straße in die Schlöffelstraße von einem Vorposten der amerikanischen Armee in Jeeps daran gehindert. So brannte das Bismarckschlösschen stark nieder.


DDR
Nach dem Kriege versuchte man, das beliebte Ausflugsziel zu erhalten und weiter gastronomisch zu nutzen. Da an einen Neubau nicht zu denken war, wurde hervorragend improvisiert. Auf dem Gelände der Auto-Union (Wanderer) in Siegmar wurde eine Holzbaracke ab- und auf der Bismarckhöhe wieder aufgebaut. Dieses seltsame Übergangsrestaurant stieß während der DDR-Zeit auf große Resonanz. Besonders die Bornaer Bevölkerung nutzte die Gaststätte. Im Sommer wurde der schon früher existente große Biergarten reanimiert. Manche Chemnitzer können sich noch an ein Chemnitzer Original - den "schnellen Ober" erinnern.

Die Baracke wurde nach der Wende erst geschlossen und dann später wegen Baufälligkeit abgerissen, womit sich auch das Ausflugsziel erledigte.

Historisches Chemnitz - Der Bismarckturm
Ansicht von ca. 1910

Zeitlicher Abriss
1906 Einweihung
1945 Zerstörung

Wo finde ich Spuren?
Wenn Sie heute die Friedrich-Schlöffel-Straße im Stadtteil Borna von der Leipziger Straße links weg bis ganz am Ende fahren, kommen Sie an einen offenen Platz. Gehen Sie von hier zu Fuß an den Gärten entlang und schauen Sie nach links über den Gartenzaun. Im letzten Garten können Sie noch die Erhebungen im Boden erkennen. Das war der historische Standort des Chemnitzer Bismarckturmes

Daten
  1. 375 m über d. Meer.
  2. Höhe 32 m
  3. Architekt Walter Müller
  4. Baufirma Gebr. Uhlich
Weiterführende Links

(Haftungsausschluss für externe Links - siehe Impressum)

www.bismarcktuerme.de
Interessantes zu Bismarcktürmen und Bismarcksäulen inklusive komplettem Verzeichnis


www.Historisches-Chemnitz.de